Krümelige Grüße! Mein Name ist Simon, 92er Baujahr, und wenn ich nicht gerade backe oder meinem Tagesgeschäft als ITler nachgehe, beschäftige ich mich mit Musik, Fotografie, Sport, bin mit meinem Hund Linus in den Wäldern unterwegs oder lese historische Romane.

Das Backen habe ich wie viele andere auch während der Pandemie für mich entdeckt. Während die Welt für Monate am Stück von einem Mikroorganismus zum Stillstand gezwungen wurde, entwickelte ich in meiner heimischen Küche meine Leidenschaft für eine ganz andere Art von kleinen Lebewesen. Nach der Lektüre von Ken Forkishs „Mehl, Wasser, Salz, Hefe“ fing ich an, seine einfacheren Rezepte mit Instant-Hefe (sofern man sie denn in den von Panik-Käufen heimgesuchten Supermärkten zu finden war) nach zu backen. Ich war Feuer und Flamme. Seit meinen ersten Gehversuchen mit Kens „Country White für den Samstag“ habe ich unzählige Brote gebacken, Sauerteig-Kulturen angelegt, mit verschiedenen Mehlsorten experimentiert, viel Lektüre rund um das Thema „Sauerteig“ konsumiert und meine eigene bescheidene Sammlung an Rezepten angehäuft.
Doch das Backen hat noch mehr Dinge bei mir ins Rollen gebracht, als nur meine Leidenschaft für gutes Brot. Sowohl durch meinen Beruf, als auch meine Freizeit, verbrachte ich (und verbringe teilweise auch jetzt noch) sehr viel Zeit vor irgendeiner Art von Bildschirm. Auch wenn es mir damals vielleicht noch nicht bewusst war, hatte das mehrere negative Konsequenzen: durch den Bewegungsmangel, aber vor allem auch durch die Art meiner Ernährung und meine Beziehung zum Essen, hatte ich einiges an Gewicht zugelegt, durch die Nutzung von hellen Bildschirmen oft bis spät in die Nacht hatte ich Schwierigkeiten, nachts einzuschlafen, überhaupt genug Schlaf zu bekommen und in Folge des Schlafmangels dann am nächsten Tag massive Probleme, mich zu konzentrieren und meinen Alltag so zu bestreiten, wie ich es gerne gewollt hätte. Dem versuchte ich dann, mit Koffein und Nikotin entgegen zu wirken. Das hielt mich dann abends wieder wach – ein Teufelskreis. Nach und nach begann ich, diese Verhaltensweisen zu hinterfragen, mich für die wissenschaftlichen Zusammenhänge zwischen unserer durchschnittlichen modernen Lebensweise und den beschriebenen Symptomen zu interessieren und schließlich für mich die entsprechenden Schlüsse zu ziehen – diese schlechten Angewohnheiten abzulegen und durch neue, positivere zu ersetzen. Heute versuche ich, mich möglichst natürlich und vegetarisch zu ernähren, meinen Konsum von sozialen Medien und digitalen Inhalten generell zu beschränken und meinen Alltag möglichst bewusst und aktiv zu gestalten. Das Backen von Brot war bei mir der Stein des Anstoßes für eine neue Wertschätzung der „einfachen“ Dinge, einer Entschleunigung meines Alltags und der Wandel von einem hektischen, zerstreuten, chaotischen und fremdbestimmten Leben zu mehr Bewusstsein, Reflektion und Zufriedenheit.
In diesem Blog möchte ich diesen Weg ein wenig ausführlicher beschreiben, einige meiner Rezepte teilen und im besten Fall den ein oder Stein des Anstoßes weiterreichen – vielleicht ja auch an Dich!

